Verrueckung

 

Foto: Maria Frodl

Agnes Heginger - Gesang, Rezitation, Komposition

Maria Frodl - Cello, singende Säge, Rezitation






Die Cellistin Maria Frodl, und Agnes Heginger widmen sich

in dem Programm „Verrückung“ der österreichischen

Autorin und Lyrikerin Christine Lavant (1915 - 1973),

mit besonderem Fokus auf deren

posthum veröffentlichten Erzählung

„Aufzeichnungen aus einem Irrenhaus“ (2001).

[....] Maria Frodl kontrapunktiert und interpunktiert die Worte mit kräftigen Staccati und grüblerischen Borduntönen am Cello, um immer wieder der singenden Säge wunderliche Kantilenen zu entlocken. Agnes Heginger bezirzt durch virtuose vokale Rollenwechsel zwischen entrückten Engelsgesängen und trällernder Närrin. Besondere Momente ergeben sich dann, wenn gesprochenes und gesungenes Wort, Sprache und Klang direkt ineinander greifen [....] (Der Standard - Andreas Felber)


„Die Literatin, deren Sprache zu Beginn des vorigen Jahrhunderts zur absoluten Avantgarde gehörte, ist im Laufe der letzten Jahrzehnte fast in Vergessenheit geraten. [....] Agnes Heginger, die einige der Gedichte musikalisch umsetzte und damit viele emotionale Momente so interpretierte, dass die Sprache Lavants dabei ein passendes Äquivalent fand. Ob dadaistisch-lautmalerisch an der Grenze der rationalen Nachvollziehbarkeit, oder ihren Gott innig beschwörend ihr doch zu helfen, immer unterlegte Heginger das Wortmaterial Lavants mit Tönen, die wie dazu gewachsen schienen. Sie bibberte, zitterte und schrie dabei mit dem Cello um die Wette, mit dem ihr Maria Frodl tatkräftig zur Seite stand. Der Einfall, neben dem klassischen Streichinstrument auch eine singende Säge einzusetzen, kann als zusätzliche Metapher gesehen werden. [....]

(www.european-cultural-news.com, Elisabeth Ritonja)



Agnes Heginger - Stimme & Gesang - Impressum - Kontakt

Freigabe der Texte Christine Lavants: Hans Schmid Privatstiftung

Christine Lavant zählt zu den bedeutendsten DichterInnen und AutorInnen der österreichischen Nachkriegsliteratur. „Verrückung“ ist eine Annäherung an ihr Leben und widmet sich ihrer sprachgewaltigen Lyrik und Erzählkunst. In der ungewöhnlichen Besetzung – Sprechstimme, Cello, singende Säge, Singstimme – werden die Rauschhaftigkeit ihres Schreibens, das Gefangen-Sein in den eigenen Befindlichkeiten, die tiefe innere Zerrissenheit, sowie der wilde Drang sich mit Worten zu befreien,

zum Tönen gebracht.


"Das Selbst ist ein herrliches Geheimnis hinter tausend einem Elend und niemals darstellbar ... das wahrhaft Erlebte oder vielmehr die stückweisen Spiegelbilder davon finden sich mehr oder weniger verzaubert-verdichtet in meinen Büchern." (Christine Lavant)